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Land und Leute: Maximilian zu Wied-Neuwied

Von Maximilian zu Wied-Neuwied - Watercolor with pencil on paper: Engagé mit einem indianischen Hundeschlitten bei Fort Clark by Maximilian zu Wied-Neuwied from his travel to the United States 1832-1834, painted 1833 on the upper Missouri near Fort Clark. Joslyn Art Museum, Omaha NE. Gift of the Enron Art Foundation; gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Von Johann Heinrich Richter - Signiert und datiert unten: "J. Richter f. 1828". Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied mit dem Botokude-Indianer Joachim Quäck auf der Jagd im brasilianischen Urwald. Abgebildet in dem Buch: Brasilien-Bibliothek der Robert-Bosch-GmbH. Katalog Band II: Nachlaß des Prinzen Maximilian zu Wied-Neuwied Teil 1: Illustrationen zur Reise 1815 bis 1817 in Brasilien. Bearb. von Renate Löschner. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. ISBN 3-421-02938-5. Katalog Nr. 236, Titelbild vom Frontispiz, abgebildet gegenüber der Titelseite; gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Karl May dienten zu Wieds Erlebnisse als Vorlage für die Reisen seines Old Shatterhand. Als Ethnologe, Zoologe und Naturforscher reiste zu Wied durch Nord- und Südamerika, entdeckte viele neue Pflanzen und Tierarten. Seine Reiseberichte prägten nicht nur das Bild von Karl May, das man sich in Europa von den Indianern Nordamerikas machte.

Am 23. September 1782 wurde Maximilian Alexander Philipp Prinz zu Wied-Neuwied auf Schloss Neuwied als achtes von zehn Kindern des Erbgrafen Friedrich Carl zu Wied-Neuwied und dessen Ehefrau Louise, geborene Gräfin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg geboren. Sein Lehrer, Christian Friedrich Hoffmann, Pionier der provinzialrömischen Archäologie und Mathematiker, unterrichtete ihn vor allem in Naturkunde und Archäologie. 1801 wurde zu Wied Premierleutnant im Regiment der Garde der Preußischen Armee und wurde 1803 jüngster Stabskapitän im Regiment des Königs. Er nahm an der Schlacht bei Jena und Auerstedt teil und geriet am 1806 bei Prenzlau in der Uckermark in französische Gefangenschaft. 1808 nahm er seinen Abschied als Major. 

Er widmete sich dem Selbststudium der Geographie, Naturgeschichte und Völkerkunde. Mit Alexander von Humboldt, anderen Naturwissenschaftlern und mit verschiedenen Gesellschaften und Institutionen führte er rege Briefwechsel. Zumindest im Wintersemester 1811/12 war zu Wied an der Georg-August-Universität Göttingen immatrikuliert.

1813 diente er wieder als Major beim Brandenburgischen Husaren-Regiment. Als Kavallerist war er 1814 bei Châlons, La Fère St. Martin und erlebte die Niederlage des Korps der Schlesischen Armee bei Châteaux-Thierry. 1815 entsprach der König einem Urlaubsgesuch zu Wieds, 1817 schied er dann endgültig aus dem Militärdienst aus. König Friedrich Wilhelm IV. erhob ihn am 1840 in den Rang eines Generalmajors. 

1815-17 reiste zu Wied für zwei Jahre nach Brasilien. Sein Reisebericht beschrieb erstmals zahlreiche Arten für die Wissenschaft. 1820 wurde zu Wied zum Ehrenmitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften in München ernannt. 1832 bis 1834 bereiste zu Wied Nordamerika in Begleitung des Schweizer Malers Karl Bodmer und des fürstlichen Jägers und Präparators David Dreidoppel. Die Akademie der Naturwissenschaften in Philadelphia ernannte ihn 1834 zum Mitglied. 

Während der Expeditionen entdeckte und katalogisierte Prinz zu Wied-Neuwied mehr als 50 verschiedene Gattungen und Arten. In seiner rheinischen Heimat veröffentlichte er die Ergebnisse in mitreißenden Reiseberichten. Des Weiteren stellte er seine umfangreiche naturkundliche Sammlung in der ehemaligen Fasanerie auf dem Familiensitz in Neuwied aus. 

1853 wurde zu Wied in die Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin aufgenommen. Die Ehrendoktorwürde der Universität Jena erhielt der Prinz 1858. Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied starb am 3. Februar 1867 in Neuwied an einer Lungenentzündung, die er sich zwei Wochen vorher bei der Beerdigung seiner Nichte zugezogen hatte. 
 

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