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Land und Leute: Eugen Salomon

Eugen Salomon. Ausschnitt, Foto von Serge Salomon, regionalgeschichte.net, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Eugen Salomon wurde am 5. März 1888 in Wörrstadt geboren und zog mit seiner Familie um 1900 nach Mainz. Er war 1905 einer der Gründer des 1. Mainzer Fußballclubs „Hassia 05“, ab Oktober 1905 war er als 17-Jähriger dessen Erster Vorsitzender. 1919 ging aus der „Hassia 05“ der 1. Mainzer Fußball- und Sportverein 05  „1. FSV Mainz 05“ hervor.

 

Eugen Solomon erlernte den Kaufmannsberuf und musste Militärdienst im damals zum Deutschen Reich gehörenden Lothringen ableisten. Dort heiratete er Alice Lazard und eröffnete in St. Avold, dem Heimatort seiner Frau, ein Textilgeschäft.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs musste Eugen Salomon sein Geschäft in Lothringen aufgeben, im Krieg hatte er als deutscher Unteroffizier gegen Frankreich gekämpft. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte die Grenzregion Lothringen wieder zu Frankreich. Mit seiner Familie zog er in die Mainzer Boppstraße 64 und arbeitete in der Textilbranche; erst als Besitzer von Textilwarengroßhandlungen und in Folge der Weltwirtschaftskrise als Textilvertreter.

Er war im Vorstand „seines“ Fußballvereins, der 1919 in 1. FSV Mainz 05 umbenannt wurde. Diese Zeit war die bis dahin erfolgreichste des Vereins, der in den 1920er und frühen 1930er Jahren in der Bezirksliga Hessen spielte. Man gewann mehrfach die Hessenmeisterschaft und 1926/27 den Titel im Bezirk Rheinhessen-Saar. Dies berechtigte zur Teilnahme an der Süddeutschen Meisterrunde.

1933 sorgten die Nazimachthaber dafür, dass Salomon und andere jüdische Mitglieder des FSV Mainz 05 den Vorstand und den Verein verlassen mussten. Im Juli 1933 floh Salomon, wohl mit seiner Familie, zurück nach St. Avold, wo die Eltern seiner Frau lebten.

1934 baute er dort erneut ein Geschäft mit Hemden- und Schürzenfabrikation auf. Nach Kriegsausbruch wurden die Salomons bei der Evakuierung der grenznahen Regionen Lothringens ins Innere Frankreichs umgesiedelt. Wieder verloren sie ihre Existenzgrundlage. Zu Beginn der 40er-Jahre war laut Datenbank der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem Bourg südlich von Orléans ihr Aufenthaltsort.

Dort wurde Eugen Salomon am 6. Oktober 1942 verhaftet und am 6. November nach Auschwitz deportiert. Seiner Frau und seinen Söhnen gelang es in den unbesetzten Teil Frankreichs zu fliehen, wo sie unter schwierigsten Bedingungen überlebten. An den Folgen starb Alice Salomon im Jahr 1956.

Eugen Salomon wurde am 14. November 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Von den 1000 mit ihm deportierten Juden überlebten nur vier Männer die Befreiung.

Seit 2011 ist die neue Eugen-Salomon-Straße 1 Heimat des ebenso neuen Stadions seines 1. FSV Mainz 05. Dieser Vorschlag des Dachverbands der Fans und Fanclubs von Mainz 05, „Supporters Mainz“, wurde im Kulturausschuss des Mainzer Stadtrats am 22. Juni 2010 mehrheitlich über alle Fraktionen hinweg angenommen.

 

Hintergrundinformationen und Links:

- Regionalgeschichte: Eugen Salomon

- AZ Mainz. Eugen Salomon

- 1. FSV Mainz 05: „Auf den Spuren des Holocaust“ - Fanprojekt Mainz e. V. und Mainz 05 bieten Bildungsfahrt nach Polen an

- 1. FSV Mainz 05: „05er Classics auf den Spuren von Eugen Salomon“ - Seniorenprojekt zu Gast in der Synagoge Mainz