Theater

Die Möglichkeit Erlebtes durch eine Inszenierung zu begreifen und zu verarbeiten ist so alt wie die Menschheit selbst. „Die Bretter, die die Welt bedeuten“ boten dem Menschen von je her einen Raum sich mit seinem gesellschaftlichen Umfeld und Missständen auseinander zu setzen - in passiver und aktiver Form. Denn die inszenierte Darstellung erlaubt einen radikalen Blick auf das Reale, steckt in ihr doch immer die Möglichkeit, nur Fiktion zu sein. Immer wieder versucht die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz mit den Mitteln des Theaters aktuelle oder historische, kontroverse Themen zu bearbeiten und zu präsentieren.

Im Jahr 2011 unterstützte die Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz deshalb das Szenische Projekt "MenschengeMacht" des Instituts für Theaterwissenschaft der Johannes-Gutenberg Univiersität Mainz. So auch in den Vorjahren, "Seven Jewish Children" (2010), "In yer face" (2009) und "1968" (2008).

Außerdem wurde speziell im Kontext mit Heinrich Heines Todestag 2006 das Stück "Heine on the run" in Zusammenarbeit mit dem Chawwerusch Theater Herxheim präsentiert.

Das Theaterstück „Kidnapping“, das die Landeszentrale 2004/2005 in Zusammenarbeit mit Givat Haviva Deutschland e.V. inszenierte, befasst sich mit dem Nahost-Konflikt und dem schwierigen Dreieck Deutschland-Israel-Palästina.

Mit der deutsch-jüdischen Vergangenheit setzen sich bereits die Stücke „Guck doch nicht immer nach dem Tangogeiger hin“ (2004) und „I will bear Witness“ (2003) auseinander. Beim Ersteren dienten besonders die Form des Kabaretts und die weltberühmten Chansons der Komponisten Friedrich Hollaender und Rudolf Nelson als Mittel, um die künstlerischen Anschauungen, die Lebens- und Gesellschaftsentwürfe im Spannungsverhältnis der deutsch-jüdischen Identität sinnlich erfahrbar zu machen. Letzteres ist dagegen ein englischsprachiges Ein-Personen-Stück als eine szenische Bearbeitung der Tagebücher des deutschen Juden Victor Klemperer, der die Zeit von 1933 bis 1945 in Deutschland überlebte und seine Erlebnisse, Beobachtungen und Gefühle fest gehalten hat. In Kooperation mit dem Amerikahaus in Frankfurt konnte mit dem Off-Broadway-Stück ein großer Erfolg gefeiert werden.

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