Sonderseite Rechtsextremismus

Aktionen der Landesregierung Rheinland-Pfalz, die von der Landeszentrale unterstützt werden

Publikationen: Titel zum Thema Rechtsextremismus

Armin Pfahl-Traughber: "Rechtsextremismus in der Bundesrepublik"

Dieser Band aus der Beck’schen Reihe "Wissen" beschäftigt sich mit einem in jüngster Zeit wieder zunehmend von Öffentlichkeit und  Politik wahrgenommenen und diskutierten Thema, das seit Jahren ein Schwerpunkt der Landeszentrale ist. Kompakt werden hier die Begriffe Extremismus und Rechtsextremismus definiert und darauf aufbauend die Aktivität des rechten Lagers und sein Einfluss auf Parteien und Kultur, seine Themenfelder, Aktionen und Militanz beleuchtet.

Der Autor, Politikwissenschaftler und Soziologe, erläutert die soziologische Betrachtung von rechtsextremistischen Einstellungen und Wahlverhalten sowie wissenschaftliche Erklärungsansätze zu den Ursachen des Rechtsextremismus.

Es soll gezeigt werden, dass es sich nicht um ein homogenes, sondern um ein vielschichtiges Phänomen handelt, das weder zu verharmlosen noch zu dramatisieren ist.

Ulli Schmitt: "Nicht wegschauen - eingreifen !"

Die Demokratie ist so stark, wie ihre Bürger sie machen. Politische Bildung ist daher gefragt, über den mündigen und urteilsfähigen  Bürger Stabilität zu vermitteln. Diese Eigenpublikation der Landeszentrale erscheint in einer Zeit, in der Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus wieder stärker von einer breiteren Öffentlichkeit ebenso wie von Politikern wahrgenommen und diskutiert werden. Sie soll zum einen ein kleiner Leitfaden durch den Dschungel rechtsextremistischer Strukturen und Aktivitäten sein, zugleich aber Möglichkeiten aufzeigen, die unser Rechtsstaat jedem Bürger bietet, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus vorzugehen.

Ein Kapitel erläutert dazu die Rechtslage, von strafrechtlichen Bestimmungen über das Verbot von Parteien bis hin zur Kündigung eines Mietverhältnisses wegen rassistischer Aktivitäten. Im Anschluss an ein kleines Lexikon "Rechtsextremismus von A bis Z" gibt ein weiteres Kapitel Hinweise und Tipps für zivilcouragiertes Verhalten und Eingreifen bei fremdenfeindlichen Vorfällen.

Bildung schafft Toleranz – Perspektiven für Demokratie

Die Entwicklung präventiver Strategien zur Bekämpfung von  rechtsextremistischen Tendenzen insbesondere bei Jugendlichen ist eine der wichtigsten Aufgaben von Forschung und Bildung. Die Beiträge dieses Bandes bieten in diesem Bereich Anhaltspunkte und versuchen, Lösungsvorschläge aufzuzeigen. Ausgehend von den Hintergründen und Gefahren des Rechtsextremismus und seiner Verbreitung unter Jugendlichen in Deutschland werden die Bereiche Rechtsextremismus und Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Migration und Ausländerpolitik thematisiert.

Analysen und Lösungskonzepte aus politikwissenschaftlicher Sicht, Strategien politischer Bildung und verantwortungsethische Konzepte gegen Rechtsradikalismus sind weitere Beiträge, die mit Literatur- und Medienhinweisen abgerundet werden. Die insgesamt 11 Beiträge stammen von Autoren aus Politik, Forschung und Projektarbeit.

Hans-Gerd Jaschke: "Für eine aktivierte Bürgergesellschaft" (Perspektive Nr. 6)

In 5 Thesen nimmt der Autor Stellung zur Entwicklung und zum aktuellen Stand der Diskussion über Rechtsextremismus im Sommer 2000 in Deutschland. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass alle am gesellschaftlichen Prozess Beteiligten in der Verantwortung stehen. Es wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus keine Eintagsfliege sein darf, sondern ein permanenter Prozess ist, dem alle verpflichtet sind. Und dies nicht nur wenn ökonomische Probleme auftauchen.
Diese Publikation ist auch als Download erhältlich.

Hubertus Giebe: "Geschichtsbilder. Memorial"

Geschichtsbilder im wörtlichen Sinne sowie die sich dahinter  verbergenden Einzelschicksale von Intellektuellen des 20. Jahrhunderts faszinieren den Maler Giebe, der sich seinen Themen über das Wort nähert, in der Lektüre der Werke ebenso wie im Gespräch mit Schriftstellern. Er will mit seinen Bildern den Panzer der Gleichgültigkeit durch die evokatorische, appelative Kraft seiner Malerei brechen, ohne in der magischen Beschwörung des Schreckens einen Selbstzweck zu sehen.

Rechtsextremismus in Deutschland

Eine Aufsatzsammlung zur Entwicklung des Rechtsextremismus in Ost- und Westdeutschland, zu historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in den neuen Bundesländern, zu pädagogischen Konzepten als Teil der Strategien gegen Rechtsextremismus und zum Rechtsextremismus im Internet.

AV-Medien: Gegen Gewalt und Rechtsextremismus

(Bestellungen von Filmen aus dem Verleihangebot des Landesfilmdienstes Rheinland-Pfalz e.V. zum Thema Gewalt und Rechtsextremismus bitte direkt und ausschließlich über den Landesfilmdienst. Sie können den Sonderkatalog wie auch den Gesamtmedienkatalog als CD-Rom dort anfordern. Den Sonderkatalog "Gegen Gewalt und Rechtsextremismus" finden Sie als download unter: http://www.jugend.rlp.de/
Landesfilmdienstes Rheinland-Pfalz e.V.
Petersstraße 3
55116 Mainz
Tel.: 06131/28788-30
E-Mail: info@lfd-rlp.de
Internet: http://www.lfd-rlp.de/verleih/online_kataloge.htm

Haltet Sie auf!

Sein großer Irrtum wird einem jungem Hooligan erst bewusst, als sein eigener Großvater (dargestellt von Rolf Hoppe), im Rollstuhl sitzend, unter den Tritten seiner Kumpane zu Boden geht.

Bevor er sich entschließen kann, ihm beizustehen, wird er von seinen Gesinnungsgenossen weitergedrängt. Er ist der "Meute" verhaftet, hat seinen Willen eingetauscht gegen die soziale Einbindung in eine Gruppe roher Gewalttäter. Und er lässt seinen Großvater liegen. Wie paralysiert nimmt er dessen Ruf wahr - "Feigling!" - und ahnt, dass er Recht hat.

Die Bombe tickt

Jessica, eine selbstbewusste junge Frau, ist bei einem Privatsender als Moderatorin tätig. Die Geburtstagsfeier ihres Vaters ist für sie Anlass, in ihr kleines Heimatdorf in Mecklenburg-Vorpommern zu fahren. Dort angekommen, muss sie erleben, wie große Teile der  Bevölkerung gegen die Aufnahme von Asylbewerbern demonstrieren und den Bus mit ihnen an der Dorfeinfahrt blockieren. Unter den Demonstranten befinden sich auch einige Skinheads. Dem stellvertretenden Bürgermeister, der sich zuvor ebenfalls vehement gegen die Aufnahme der Flüchtlinge zur Wehr gesetzt hatte, gelingt es, die aufgebrachte Menge zum Abbruch der Demonstration zu bewegen. Die Skins, unter denen sich auch ihr jüngerer Bruder befindet, wollen sich jedoch nicht geschlagen geben und greifen die Flüchtlinge an, schlagen sie nieder und zünden schließlich den Bus an.

Zeinabs Wunden

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1992 verüben drei junge Männer im Alter von 18 und 19 Jahren einen Brandanschlag auf das  Asylbewerberheim in Hünxe, einer Kleinstadt 30 km von Duisburg entfernt. Dabei trug die heute achtjährige Zeinab aus dem Libanon schwere Brandwunden davon, von denen sie in absehbarer Zeit nicht geheilt werden kann. Interviews mit den Opfern, mit Müttern und Freunden der Täter, mit Passanten, mit dem Bürgermeister, zeigen eine Provinzstadt, in der Rechtsradikalismus, Ausländerfeindlichkeit, Unreflektiertheit genauso vorhanden sind wie an anderen Orten Deutschlands.

Schwarzfahrer

In der Straßenbahn: Eine ältere Dame beschimpft einen Schwarzen als "Neger" und überschüttet ihn mit den gängigen Vorurteilen gegenüber Asylanten und Aussiedlern. Die mitfahrenden Fahrgäste hören es - und tun nichts. Als ein Kontrolleur zusteigt und die Fahrscheine sehen will, passiert es ...

Titel des Films "Die Welle"

Die Welle

Eine Highschool in Kalifornien, USA. Geschichtsunterricht. Keiner der Schüler kann glauben, dass sich ein ganzes Volk von der  Minderheit der Nazis einschüchtern und beherrschen ließ, ohne sich dagegen zu wehren und in Barbarei verfiel. Um ihnen nachzuweisen, dass Faschismus nicht ein längst überwundenes Problem nur der Deutschen zwischen Hitlers Machtergreifung und der Kapitulation war, startet der Geschichtslehrer Mr. Ross ein Experiment. Er löst eine Bewegung aus, der er den Namen "Die Welle" gibt. Zu seinem Erstaunen sind die Schüler begeistert bereit, ihre Individualität zu gunsten eines bequemen, fremdbestimmten und streng disziplinierten Verhaltens aufzugeben. "Die Welle" erfasst nach kurzer Zeit die ganze Schule ...

Achtung Rattenfänger

Sprache ist nicht nur ein Mittel zur Kommunikation, sondern kann auch demagogisch eingesetzt werden, um andere zu manipulieren. So werden beispielsweise in Reden aus dem rechtsextremistischen Spektrum die eigentlichen politischen Ziele verschleiert. Die Ablehnung der Demokratie, von Ausländern und anderen Minderheiten wird rhetorisch geschickt verpackt.

Das Video "Achtung Rattenfänger" beschäftigt sich mit der kritischen Analyse dieser rechtsextremen Aussagen. Der Sprachwissenschaftler Franz Januschek analysiert Redeausschnitte Franz Schönhubers und des Österreichers Jörg Haider. Die rhetorische Analyse ergibt, dass die beiden Politiker durch demagogische Sprachfiguren unbewusste Ängste ansprechen und provozieren: Bedrohung des eigenen Lebensbereiches durch eine fremde übermächtige Kultur; Krise des Gemeinwesens durch Missbrauch demokratischer Freiheiten; Heroisierung der eigenen Person bzw. Gruppierung; Aufruf zur Gewalt bzw. Gewaltverherrlichung sowie Zynismus angesichts der Wirkung dieser Rhetorik auf eine gewaltbereite Anhängerschaft. Die Analyse verdeutlicht die Macht der Sprache.

Guben im Herbst

Das brandenburgische Guben ist durch die Neiße vom polnischen Gubin getrennt. Dass aus räumlicher Nähe nicht notwendigerweise Kenntnis über bzw. Verständnis für die Nachbarn erwachsen muss, offenbart ein Interview mit drei Jugendlichen aus Guben.

Vermummt, nach eigener Aussage aus Angst vor vermeintlichen Racheakten ihrer politischen Gegner, sitzen die drei jungen Männer in einem Wohnzimmer dem Kamerateam gegenüber. Sie präsentieren ihre rechtsextremistischen und fremdenfeindlichen Ansichten über die polnischen Nachbarn, sprechen über aktuelle und vermeintlich historische Grenzziehungen sowie über ihre Wertvorstellungen.

Fragen ihrer Interviewpartnerin zum sozialen Hintergrund werden ausweichend oder gar nicht beantwortet, genauso wenig wie Rückfragen zum sachlichen Gehalt ihrer Aussagen.

Es offenbart sich ein Gemisch aus Unkenntnis, Ängsten und Vorurteilen. Gewalt gilt als selbstverständliches Mittel der Problemlösung. Die Jugendlichen sind nach ihren eigenen Aussagen bereit, Gewalt auch selbst auszuüben.