Pressemitteilung vom 25-8-2009: Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Gerty-Spies-Literaturpreises der Landeszentrale für politische Bildung an Juli Zeh am Donnerstag, dem 10. September 2008 im Foyer des SWR-Landesfunkhauses in Mainz
Im SWR-Foyer: Gerty-Spies-Preis für Juli Zeh |
Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Gerty- Spies-Literaturpreises der Landeszentrale für politische Bildung an Juli Zeh am Donnerstag, dem 10. September 2009 im Foyer des SWR-Landesfunkhauses in Mainz |
Die Schriftstellerin Juli Zeh erhält am Donnerstag, dem 10. September 2009 im Mainzer Landesfunkhaus des SWR den von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) gestifteten und mit 5.000 € dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis überreicht.
Die Jury der Landeszentrale stellt in ihrer Begründung fest: "In Juli Zehs 2009 erschienenem neuesten Roman "Corpus delicti" muss sich eine junge Frau vor einem Schwurgericht verantworten. Ihr wird ein ‚Zuviel an Liebe, an Verstand und geistiger Unabhängigkeit' zur Last gelegt. Gerade dies sind herausragende Eigenschaften der Schriftstellerin Juli Zeh."
Darüber hinaus, so Dr. Dieter Schiffmann, Direktor der Landeszentrale, hat das gesellschaftspolitische Engagement der Autorin die Jury überzeugt: "Immer wieder kommentiert die examinierte Juristin gesellschafts- und kulturpolitische Probleme. Sie engagiert sich wie in ihrem Buch "Die Stille ist ein Geräusch - Eine Fahrt durch Bosnien" (2002), einem Reisebericht durch das kriegsgeschundene Land, für Menschen und Landschaften. Und auch zu den Themen "Recht und Literatur" oder Datenschutz nimmt sie ebenso vehement wie fachkundig Stellung."
Juli Zeh,
1974 geboren, gehört zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Mit ihren Romanen "Adler und Engel" (2001), "Spieltrieb" (2004) und "Schilf" (2007) hat sie ebenso wie mit "Corpus delicti" Gegenwartsprobleme in spannende und literarisch anspruchsvolle Handlungen verpackt.
Mit dem Schriftsteller Ilja Trojanow stellte Juli Zeh Mitte August ihr gemeinsames neues Buch "Angriff auf die Freiheit" vor und kritisierten, dass der Staat unter dem Deckmantel der Terrorabwehr immer weiter in die Privatsphäre seiner Bürger vordringe. Zitat: "Wollen wir hoffen, dass Sie nicht soeben durch den Kauf dieses Buchs zu einem verdächtigen Optimisten geworden sind."
Der Gerty-Spies-Literaturpreis
ist nach der Schriftstellerin Gerty Spies (*1897; Trier) benannt, die am 10. Oktober 1997 hundertjährig in München starb. Als Holocaust-Überlebende kämpfte sie mit Gedichten und Erzählungen dafür "zu verzeihen - aber nicht zu vergessen" und "das Herz rein zu halten von Hass- und Rachegefühlen".
Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger waren:
1996 Jean-Philippe Devise
1998 Dr. Christiane Schmelzkopf
2000 Gabriele Weingartner
2002 Johano Strasser
2004 Ruth Almog
2006 Peter Härtling
2008 Katja Lange-Müller
2009 Juli Zeh

