Nationalsozialistische Lager in Rheinland-Pfalz
Nationalsozialistische Lager, Gefängnisse, Zuchthäuser und Heil- und
Pflegeanstalten auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz
- Bendorf-Sayn
Die Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt war 1869 für jüdische Nerven- und Gemütskranke gegründet worden. Auf Anordnung des Reichsministerium des Inneren wurden 1940 alle jüdischen Patienten und Patientinnen, die in Heil- und Pflegeanstalten des Deutschen Reiches untergebracht waren in Bendorf- Sayn zusammengefasst. 58 jüdische Patienten, die aus verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten aus dem Rheinland nach Bendorf-Sayn gebracht werden sollten, kamen dort nie an. Statt dessen wurden sie über die Anstalt in Andernach am 11. Februar 1941 nach Hadamar verlegt und dort ermordet. Nachdem die „Euthanasie“ Aktion im August 1941 eingestellt worden war, erfolgte ab 1942 die Verschleppung der jüdischen Patienten und Patientinnen in die Vernichtungslager im besetzten Osteuropa. - Hinzert
Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert existierte von 1939 bis 1945 und war Haftort für über 13.000 Gefangene aus rund 20 verschiedenen europäischen Ländern. Es kam in dieser Zeit zu drei systematischen Mordaktionen: 1941 betraf es sowjetische Kriegsgefangene, 1942 Luxemburger die sich am Generalstreik beteiligt haben sollen und 1944 luxemburgische Widerstandskämpfer. Über 300 Menschen wurden umgebracht. - Landau
Im März 1933 wurde auf Veranlassung des Gauleiters Bürckel in der Fortkaserne ein „Schutzhaftlager“ (KZ) eingerichtet. Die Gefangenen mussten u.a. für die Landauer SS-Standarte einen Sportplatz anlegen. - Neustadt
In der Nachrichtenkaserne, der heutigen Turenne- Kaserne wurde im März 1933 das „Schutzhaftlager Rheinpfalz“ (KZ) eingerichtet, das bis zum Juni 1933 existierte. - Osthofen
Vom März 1933 bis Juni 1934 war in der ehemaligen Papierfabrik ein „Schutzhaftlager“ (KZ) eingerichtet. Während dieser 15 Monate waren rund 3.000 Menschen dort inhaftiert gewesen. Das Lager befand sich in unmittelbarer Nähe der Bahnstrecke Mainz-Worms. Heute ist in dem Gebäude das NS- Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz/ Gedenkstätte KZ Osthofen untergebracht. - Wittlich
Das 1902 errichtete Gefängnis war 1933-1945 Haftstätte für Gefangene, die aus politischen Gründen verurteilt worden waren. Besondere Bedeutung erhielt es jedoch dadurch, dass 1940-1945 viele Gefangene vor allem aus besetzten Ländern Westeuropas (Luxemburg, Frankreich, Belgien und den Niederlanden) nach Wittlich verschleppt wurden. - Zweibrücken
Das Gefängnis, die heutige Justizvollzugsanstalt (JVA), befindet sich in der Johann-Schwel-Straße. Innerhalb des Gefängnisses befand sich 1933 ein „Schutzhaftlager“ (KZ), in das allein am 10. März 1933 etwa 100 Personen aus der Stadt und der Umgebung eingeliefert wurden. Während der NS-Zeit sind an Gefangenen Zwangssterilisationen und Kastrationen vorgenommen worden.
