Kultur und Medien
Schutz und Förderung von Kunst und Kultur ist auch Aufgabe des Staates. Unmissverständlich wird dieser Auftrag vom Grundgesetz formuliert. Doch zwischen den Kulturschaffenden und der Politik herrscht ein scheinbar unüberwindbares Spannungsverhältnis. Die Eine, Kultur, fühlt sich (finanziell) vernachlässigt und nicht ausreichend gewürdigt. Die Andere, Politik, sieht sich zu Unrecht kritisiert und angegriffen.
Dabei ist eine strikte Trennung nicht möglich: Geschichten von menschlichen Schicksalen in der künstlerischen Darstellung waren und sind immer auch ein Spiegelbild gesellschaftspolitischer Ereignisse und Entwicklungen.
Ein Grund für die Landeszentrale für politische Bildung Veranstaltungen aus den Bereichen
anzubieten. die einen politischen Diskurs fordern und fördern. Schwerpunkte legt sie dabei auf aktuelle, kontroverse und gesellschaftsrelevante Themen ebenso wie auf Menschen, deren Schicksale nicht in Vergessenheit geraten sollen, nicht in Vergessenheit geraten dürfen.
Eng verknüpft mit dem Thema Kultur sind in vielerlei Hinsicht die Medien. Von der allmorgendlichen Tageszeitung bis zum Allroundhandy - Medien sind in unserer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken: Sie unterhalten, informieren und leisten einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation - privat und beruflich. Nicht nur in der jungen Generation wächst die private Internetnutzung stetig. Inzwischen ist die Zahl der NutzerInnen in der Altersgruppe der über 65-jährigen des World Wide Web kaum weniger. Doch heißt konsumieren und nutzen auch automatisch verstehen und begreifen, was hinter den technischen Neuerungen steckt? Was ist in der Masse an Informationen wahr, was falsch? Eine Frage, die im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung und der Quellenunsicherheit immer schwerer - und mitunter gar nicht - zu beantworten ist. Nie zuvor war es so einfach das „Abbild der Realität“ zu bearbeiten und zum Lügen, Täuschen und Manipulieren zu missbrauchen. Inzwischen ist das Bonmot "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" nur noch sehr bedingt richtig. Schon immer war es notwendig bei Fotos nach dem Kontext zu fragen, in dem sie aufgenommen wurden. Nun heißt noch viel genauer nachzufragen, ob "Fotoshop" genutzt wurde oder nicht, bzw. zu welchem Zweck. Alles Gründe für die Landeszentrale für politische Bildung den kritischen Umgang mit Medien zu fördern, um auf mögliche Schwachstellen hinzuweisen.
Was eine Bearbeitung von Bild- und Textinformationen bewirken kann, zeigte die Landeszentrale in Kooperation mit der Stiftung Haus der Geschichte, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem ZDF in der Wanderausstellung: „Bilder, die lügen“. Diese regt sie zum Hinschauen, Hinterfragen und Zweifeln an. 300 Täuschungen und Fälschungen thematisch in ein „Lügen ABC“ (Beispiel: G wie Golfkrieg) zusammengefasst machen deutlich, wie wichtig ein aufmerksamer Umgang mit Medien ist. Die Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit den politischen Motiven und dem historischen Kontext, sondern auch mit der technische Umsetzung eines jeden Beispiels. Sie dokumentiert den Weg vom Original zur Fälschung. Dabei ist nicht immer das Bild das Medium der Lüge. Eine Veränderung des Begleittextes und des Umfeldes können dem Bild eine völlig neue - falsche - Aussage geben. Die Fälschungen entlarven, die Originale nutzen ist Ziel der Ausstellung „Bilder, die lügen“.

