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KIDNAPPING

Ein deutsch-israelisch-palästinensisches Dilemma Theaterstück von Dominique Caillat

Kidnapping: Das Stück

Jerusalem 2004. Anna, eine deutsche Journalistin, erwartet zwei Männer, den Israeli Lev und den Palästinenser Sami, mit denen sie als Kind befreundet war. Sie sollen ihre Hauptzeugen für eine Reportage über die Lage in Nahost werden. Auf dem Weg zu ihr sterben die beiden bei einem Selbstmordanschlag. Zu Annas Entsetzen erscheinen Lev und Sami aber trotzdem zu der Verabredung und zwingen sie auf eine Reise durch Zeit und Raum. Es entwickelt sich eine Geschichte der Freundschaft und Bitterkeit, der Zärtlichkeit und des Schreckens, die die Protagonisten zu bedeutenden Schauplätzen der Vergangenheit und Gegenwart führt. Lev und Sami liefern sich ein Duell der Erinnerungen, um herauszufinden, wer an den historischen Entwicklungen und aktuellen politischen Ereignissen die größte Schuld trägt.

In „Kidnapping“ wird der Konflikt durch die Augen einer deutschen Frau betrachtet, weil der Holocaust den Schlüssel zum Verständnis Israels liefert. Anna ist keine objektive Schiedsrichterin, sondern eine emotionale Teilnehmerin. Ihre Reise mit den zwei Kindheitsfreunden wird zur Entdeckung ihrer eigenen Identität und ihres Bewusstseins.

Kidnapping: Die Grundlage

Zwischen 2002 und 2004 bereiste die Autorin Dominique Caillat Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete auf der Suche nach persönlichen Zeugnissen über die Ereignisse, die den Nahost-Konflikt seit über fünfzig Jahren nähren. Ihre Interviews bilden die Grundlage von „Kidnapping“.

Die Künstler

Antonia Holfelder (Anna)
geb. in Hamburg, Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.
Engagements: u.a. Hebbel-Theater, Schaubühne am Lehniner Platz, Renaissance-Theater, Hans-Otto-Theater Potsdam, Theater Brandenburg sowie TV-, Film- und Hörspielrollen.

Ahmed Bürger (Sami)
geb. in Cottbus, Studium u.a. an der Palucca-Schule Dresden und der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam Babelsberg.
Engagements: u.a. Berliner Ensemble, Volksbühne Berlin, Staatstheater Kassel, Hans-Otto-Theater Potsdam, Schauspiel Hannover. TV- und Filmrollen.

Jaron Löwenberg (Lev)
geb. in Haifa, Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg.
Engagements: u.a. Burgtheater Wien, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Salzburger Festspiele. TV- und Filmrollen.

Auftrittsorte von Kidnapping

Staatstheater Mainz, Stadttheater Speyer, Gedenkstätte KZ Osthofen, Staatstheater Mainz

 

Pressestimmen

Eine Facettenreiche, faire, auch witzige Doppelstunde. In 90 Minuten dröseln Caillat und Mitregisseur Michael Sturm auf, wie der Teufelskreis in Nahost kaum zu durchbrechen scheint. Sami und Lev (sympathisch agil: Ahmed Konstantin Bürger und Jaron Löwenberg) schleppen Vorurteile mit sich herum, aber auch Ängste, die nicht so flott wegzuargumentiern sind.
Der Kidnapper Vergangenheit hält sie fest, Auch Anna (Antonia Cäcilia Holfelder), deren Probleme einem interessanterweise nicht zuletzt deutsch vorkommen, weil sie sich so wichtig nimmt. (Frankfurter Rundschau, 15.12.04)

Das Theaterstück bietet einen neuen, erfolgversprechenden Zugang zum Thema.
(Speyerer Morgenpost, 16.12.04)

Die zahlreichen Besucher erlebten eine eindrucksvolle, sehr dichte Inszenierung, die gleichermaßen informierte und ergriff, was nicht zuletzt auch dem wachen, engagierten Spiel der Schauspieler zu verdanken war.
(Main-Rheiner Allgemeine Zeitung, 17.12.04)

„Kidnapping“ ist ein hartes, grausames, brutales Stück, weil es harte, grausame, brutale Gegebenheiten schildert, die Jahrtausende zurückreichende Kette blutiger Missverständnisse… Warum aber dieser Hass: Lev, zum – absurden - Beispiel: „Wir hassen euch, weil wir euch töten müssen.“ Die Akteure sind sympathisch. Man freundet sich schnell mit Ihnen an. Leidet mit ihnen. Man darf aber auch mit ihnen hin und wieder verzweifelt lächelnd den Kopf schütteln, wenn das Grauen seiner Absurdität wegen fast lächerlich genannt werden muss. Das Spiel ist stellenweise von einer Intensität, dass es einem selbst graut. Des toten Levs Begegnung mit seinem, für ihn unerwartet, an der Grenze Dienst tuenden Sohn… Wie sollte man das noch beschreiben: Als sentimental? Als melodramatisch? Nichts von beiden. Es ist nur – Nahost. Dominique Caillat und den Schauspielern ist ein eineinhalbstündiges Stück gelungen, das betroffen, zugleich aber auch hoffen macht. Wie absurd verfahren die Situation in Nahost auch ist: Sollte sie eines nicht allzu fernen Tages vielleicht nicht auch ganz absurd einfach zu lösen sein?
(Bremer Nachrichten, 5.2.05)

Der Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Der Kooperationspartner: Givat Haviva Deutschland e.V.

Das jüdisch-arabische Zentrum für Frieden in Givat Haviva (Israel) wurde im Jahre 1949 zur Förderung der Verständigung und Gleichberechtigung zwischen Juden und
Arabern gegründet. In Dezember 2001 wurde es mit dem „Unesco Prize for Peace Education“ ausgezeichnet. Das Zentrum ist Israels größtes und ältestes Institut für
Friedenserziehung und ein wichtiger Partner in der Dreieckkooperation der Unesco-Kommissionen Israels, Palästinas und Deutschlands. Jährlich beteiligen sich 25.000 Menschen an den Aktivitäten des Friedenszentrums. Givat Haviva wird unter anderem durch ein Netzwerk von Freundeskreisen in Nord-Amerika und in Europa unterstützt.

 
Historischer Stich: Menschen mit Fahnen beim Hambacher Fest

Servicebox

Ansprechpartner für Produktion und die Tournee:

Dr. Rüdeger Schlaga
Tel.: 06131-162977

Kooperationspartner:

Givat Haviva Deutschland e.V.

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