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Heinrich Heine

"Wenn es um Heine ging, wurde in Deutschland seit eh und je scharf geschossen. Ein geborener Provokateur war er und ein ewiger Ruhestörer ... Stets setzte er sich zwischen alle Stühle. Und fast will es scheinen, als sei da immer noch sein Platz. Aber es spricht nicht gegen Heine, daß sein Werk uns immer wieder beunruhigt. Daß es noch ist, was es war: eine Provokation und eine Zumutung."
(Marcel Reich-Ranicki)

2006 jährte sich zum 150. Male Heinrich Heines Todestag. Wann immer die Verse und Schriften des Poeten und „Provokateurs“ einem Publikum nahe gebracht werden, wird mit einem Erstaunen zwischen Amüsement und Schrecken die Aktualität seines Werkes zur Kenntnis genommen. Ironisch, sarkastisch, bissig -  und immer treffend beschreibt Heine das Leben in Deutschland, die Kleinstaaterei, die Untertänigkeit seiner Mitbürger, die Sehnsucht nach Vergangenem....Heine traf auch zu Lebzeiten ins Schwarze der deutschen Seele - und das, obwohl er die meisten seiner Schriften in Frankreich verfassen musste.
Geboren wurde Harry Heine am 13.12.1797 in Düsseldorf als Sohn des jüdischen Schnittwarenhändlers Samson Heine. Er studierte Jura, konvertierte zum Christentum - und konnte dennoch in der deutschen Gesellschaft nicht Fuß fassen.

"Wenn Deutschland Heine nicht liebt, nehmen wir ihn gerne auf, aber leider liebt Heine Deutschland über Gebühr."
Alexandre Dumas

Politisch verfolgt und von der Zensur gegängelt, musste sich der Schriftsteller ab 1831 in Paris niederlassen. Auch im lebenslangen Exil nahm er am Schicksal der deutschen Nation rege Anteil.
Heinrich Heine verstarb nach langer Krankheit am 17. Februar 1856.

"Er ist das vorweggenommene Beispiel des modernen Menschen."
Heinrich Mann

Heine on the run

(c) 2006 by Brüder-Grimm-Museum Kassel

Ausgehend von Heines Novelle „Der Rabbi von Bacherach“ wird am 31. Mai und 1. Juni im Haus der Jugend in Mainz das Theaterstück „Heine on the run“ uraufgeführt werden.
Der „Rabbi von Bacherach“ begeht das Pessach-Fest im Kreise seiner engsten Freunde, als ihn unerwartete Vorkommnisse plötzlich zur Flucht zwingen. Er schnappt sich seine Frau, steigt mit ihr in ein Boot und entflieht drohendem Unheil auf dem Rhein. Diese Flucht ist ein Wendepunkt in seinem Leben, an dem der Rabbi alias Heinrich Heine Stationen seines Lebens Revue passieren lassen wird. In den Strudeln des reißenden Stromes und dem aufsteigenden Nebel werden ihm Eltern, Jugendlieben, Wegbegleiter, Revolutionäre begegnen - und in ihm längst tot geglaubte Sehnsüchte zu neuem Leben erwachen. 
Das Theaterstück, eine Koproduktion des Instituts für Theaterwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, entsteht unter der Regie von Simon Solberg (schauspielfrankfurt). Die ausführenden Studenten der Theaterwissenschaft müssen die Aufgabe meistern, als Co-Autoren, Bühnenbildner, Techniker und Schauspieler zu fungieren. Ihre eigenen Erfahrungen und aktuellen Bezüge zu Heines Werk sollen in das Stück einfließen.
„Heine on the run“ war Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2006 und  im Juli auf kleiner Tournee durch Rheinland-Pfalz.

Deutschland, ein Wintermärchen

Nach 13-jährigem Exil bereiste Heinrich Heine 1843 wieder Deutschland. Seine Beobachtungen und Erfahrungen fasste er in der scharfen Satire ›Deutschland. Ein Wintermärchen‹ zusammen.

"Es ist ein gereimtes Gedicht, welches ... die ganze
Gärung unserer deutschen Gegenwart, in der kekksten, persönlichsten Weise
ausspricht. Es ist politisch romantisch und wird der prosaisch bombastischen
Tendenzpoesie hoffentlich
den Todesstoß geben. Sie wissen ich
prahle nicht, aber ich bin diesmal
sicher daß ich ein Werkchen gegeben
habe, das mehr furore machen
wird als die populärste Broschüre
und das dennoch den bleibenden
Werth einer klassischen Dichtung
haben wird."
(Heine an seinen Verleger Julius Campe, 17. April 1844)

In Zusammenarbeit mit dem Chawwerusch Theater Herxheim präsentierte die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz im März 2006 den Schauspieler und Regisseur Christian Pätzold mit seiner Interpretation des Wintermärchens. In der ausverkauften Matinee zelebrierte Pätzold Heines Pointen, flüsterte dessen Sehnsüchte, machte donnernd Heines Wut Luft und begeisterte das Herxheimer Publikum. Die Zuschauer erlebten bei Kaffee und Croissants neben Pätzold auch das Trio Saitensprung,( Isabel Eichenlaub, Cello, Wolfgang Weis, Akkordeon und Ben Hergl, Querflöte), das den Text musikalisch untermalte.