Gedenkarbeit
Ungeschehen kann man sie nicht machen, die schrecklichen Taten des NS-Regimes - aber unvergessen! 1991 hat die Landesregierung die Gedenkarbeit, die Pflege von Gedenkstätten und die Aufklärungsarbeit über den Nationalsozialismus zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt.
Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz wurde mit der Umsetzung dieser Arbeit betraut und hat daraufhin im Jahre 1993 mit dem Ausbau der beiden landeseigenen KZ-Gedenkstätten in Osthofen und Hinzert begonnen. Am 1. April 2001 wurde mit Hilfe der Landeszentrale für politische Bildung die „Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland Pfalz“ (LAG) in Mainz gegründet. Die Interessengemeinschaft, der mehr als 25 Initiativen und Vereine angehören, ermöglicht eine bessere Vernetzung der Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz.
50.000 Besucher in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert

- Das Ehepaar Manuela und Ulrich Schüngel aus Göttingen wurde als 50.000 Besucher begrüßt. Foto: © LpB Gedenkstätte Hinzert
Landeszentrale für politische Bildung begrüßte den 50.000 Besucher der Ausstellung zur Geschichte des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert im Dokumentations- und Begegnungshaus.
Mit dem Ehepaar Schüngel aus Göttingen konnte am Mittwoch, dem 1. September in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert nicht einmal fünf Jahre nach der Eröffnung des Dokumentations- und Begegnungshauses der 50.000 Besucher begrüßt werden. Dr. Beate Welter, Leiterin der Gedenkstätte zeigte sich erfreut darüber, dass das Dokumentations- und Begegnungshaus so guten Anklang findet. Neben Deutschen stellen die Niederländer und die Luxemburger die nächstgrößeren Besuchergruppen. Um dem Rechnung zu Tragen kann man die Informationen der Dauerausstellung über ein Audioguidesystem auf Englisch, Französisch und Niederländisch abrufen. Dr. Dieter Schiffmann, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung zeigte sich zufrieden mit der stetig wachsenden Zahl von Schulklassen, die die Gedenkstätte besuchen, denn dies sei ein Zeichen für die wachsende Verankerung in der Region. Aber auch, dass die Gedenkstätte als Lernort der historisch-politischen Bildung immer öfter wahrgenommen und für Veranstaltungen wie „Jugend debattiert“ genutzt wird.
Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert
bestand zwischen 1939 und 1945. Zunächst diente das Lager als sog. „Polizeihaftlager“ für Westwallarbeiter. Daraus entwickelte sich ein sog. „Arbeitserziehungslager“ und später ein Konzentrationslager, das 1942 dem Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS unterstellt wurde. Während des Krieges wurde es für über 13.000 Verschleppte aus dem besetzten Europa ein Ort des Terrors und des Todes. Insgesamt wurden im Hinzerter KZ nachweislich mindestens 321 Menschen ermordet oder starben durch den Lagerterror an Krankheit, Entkräftung oder Hunger.
Vorschau:

- E. Steegmann: Le discours
Ausstellung: "Die geraubte Sprache - La Langue confisquée"
Vom 29. September bis zum 12. Dezember 2010 zeigt die Gedenkstätte KZ Osthofen eine weitere bemerkenswerte Ausstellung eines französischen Künstlers. In der Ausstellung "Die geraubte Sprache - La Langue confisquée. Victor Klemperer und die LTI" setzt der junge elsässische Zeichner Edouard Steegmann die Untersuchungen Victor Klemperers zur Sprache des Dritten Reiches ("Lingua Tertii Imperii" = LTI) und zur Umformung von Sprache und Begriffen in der Nazi-Diktatur in eine symbolhafte Bildersprache um.
Einladungsflyer zur Ausstellungseröffnung am 28. September 2010, 19 Uhr in der Gedenkstätte KZ Osthofen.
Aktuell:
Neu: Blätter zum Land-Extra zur Gedenkstätte KZ Osthofen
Die 20-seitige neu erarbeitete Extraausgabe gibt einen Überblick zur Geschichte des Konzentrationslagers und informiert in einem zweiten Teil über den langen Weg bis zur landeseigenen KZ-Gedenkstätte und NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz und den dort vorhandenen pädagogischen Arbeitsmöglichkeiten für Besucher und Schul- bzw. Jugendgruppen. Das Heft ist in der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz, an den Gedenkstätten in Osthofen und Hinzert in deutsch, französisch und englisch kostenlos erhältlich. Außerdem steht ab sofort ein Download zur Verfügung. (Deutsche Fassung, 664KB; Englische Fassung, 661 KB; Französische Fassung, 666 KB)
Ausstellungskatalog "Tomi Ungerer - Gedanken bleiben frei"
Auch nach Ende der erfolgreichen Ausstellung "Tomi Ungerer - Gedanken bleiben frei" ist der Ausstellungskatalog mit allen in der Ausstellung gezeigten Texten und Exponaten für 15 EUR in der Gedenkstätte KZOsthofen auf schriftliche Bestellung erhältlich. Bestell-Adresse: Gedenkstätte KZ Osthofen, Ziegelhüttenweg 38, 67574 Osthofen oder per Mail info(at)ns-dokuzentrum-rlp.de . (Porto- und Versandkosten: 5 EUR).
Mehr zur Ausstellung "Tomi Ungerer - Gedanken bleiben frei" finden Sie unter www.ungerer-osthofen.eu.
Halbjahresprogramm "Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz"
Das neue Halbjahresprogramm "Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz" für Juli bis Dezember 2010, mit allen Veranstaltungen in den Gedenkstätten Osthofen und Hinzert, sowie weiteren Veranstaltungen mit verschiedenen Kooperationspartnern gibt es hier zum Download (Flyer zum Download).
Ausstellungskatalog zur Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert
Das über 170 Seiten starke Werk wirft einen Blick in das „Hinzert-Haus“, das mit vielen Textdokumenten, Filme, Fotos und Zeitzeugen-Berichten auf Video, an die Geschichte des früheren Häftlingslagers erinnert. Zwischen 1939 und 1945 wurden dort mehr als 13.000 Menschen gefangen gehalten. Mindestens 321 Häftlingen wurden in dieser Zeit ermordet, oder sie starben an Krankheit, Entkräftung oder Hunger. Der Katalog befasst sich zudem mit der preisgekrönten Architektur des Dokumentationszentrums. Der Katalog ist in Hinzert zum Preis von zehn Euro erhältlich. Er kann auch per E-Mail für 11,50 Euro bestellt werden.
Homepage zur Tagung "Europäische Perspektiven der Gedenkstättenpädagogik zur NS-Zeit in Frankreich, Belgien, Deutschland und Luxemburg" im November 2008 in der Gedenkstätte KZ Osthofen jetzt online! >zur Homepage

