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Gewalt löst keine Konflikte - Frieden braucht Fachleute

Zivile Konfliktbearbeitung gründet sich auf der Idee der Konfliktbeilegung durch die Schaffung von Akzeptanz und Respekt bei allen beteiligten Konfliktparteien für ihre Gegenüber. Das Konzept der Zivilen Konfliktbearbeitung geht davon aus, dass Konflikte, solange sie nicht unter Einsatz von Gewalt ausgetragen werden, durch Interessenausgleich und Kompromissfindung beendet werden können.

Dieses Konzept hat bereits Einzug in die Praxis erhalten. Im Jahr 1998 wurde der Zivile Friedensdienst eingeführt. Im freiwilligen Einsatz stehen professionell ausgebildete Friedensfachkräfte mit beratender und unterstützender Funktion den Zivilgesellschaften den Konfliktparteien zur Seite. Während ihres Einsatzes versuchen sie die Kommunikation bzw. den Dialog zwischen den streitenden Parteien (wieder-)herzustellen, die örtlichen Friedenskräfte aller beteiligten Konfliktparteien zu stärken und gegebenenfalls zivilgesellschaftliche Strukturen aufzubauen.

Das Konzept findet inzwischen bei vielen Entscheidungsträgern in Politik, Gesellschaft, Kirche und Gewerkschaften Anklang. Ansätze präventiven, dialogischen Handelns werden an unterschiedlicher Stelle erarbeitet und sie kommen vermehrt zum Einsatz – im Ausland wie im Inland.
Die Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main, initiiert von den pax christi- Bistumsstellen Mainz und Limburg, dem Friedenspfarramt der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, dem Referat Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden im Bistum Mainz sowie der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz,  hat sich zu Aufgabe gemacht, das Konzept der Zivilen Konfliktbearbeitung bzw. des Zivilen Friedensdienstes bekannter zu machen, zu ihrer gesellschaftlichen Verankerung und Weiterentwicklung beizutragen und hierfür in der Großregion Rhein-Main und Rheinland-Pfalz ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Gruppen, Organisationen und Institutionen aufzubauen
Praktisch wurde zu diesem Zweck beispielsweise in den Jahren 2004-2006 die Tournee der Ausstellung „Frieden braucht Fachleute“ initiiert und in zwölf Orten der Region organisiert (Dazu mehr). In der Folge der Tournee konnte der Trägerkreis der Ausstellung für die Weiterentwicklung des Konzepts Ziviler Friedensdienst und Zivile Konfliktbearbeitung einen nicht unbedeutenden Erfolg erzielen: Auf der Abschlussveranstaltung der Ausstellungstour „Frieden braucht Fachleute“ am 2. September 2006 in Frankfurt sagte die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul zu, die Zahl der sich im Einsatz befindenden Friedensfachkräfte für die von der Bundesregierung finanzierten Projekte des Zivilen Friedensdienstes bis zum Jahr 2009 auf 500 Kräfte im Einsatz auszubauen sowie die zur Verfügung stehenden Mittel erheblich aufzustocken.
Die erfolgreich Ausstellungstournee und die Zusagen der Ministerin zeigen deutlich, dass der von der Projektgruppe eingeschlagene Weg Aussicht auf Erfolg hat.

Die Treffen der Projektgruppe, einmal im Quartal an einem Freitagnachmittag von 15.00 bis 19.00 Uhr, sind grundsätzlich öffentlich, eine möglichst regelmäßige Teilnahme von Einzelpersonen und Vertreterinnen und Vertretern von Gruppen und Organisationen ist jedoch sehr erwünscht.

Die Kontaktadresse der Projektgruppe:
Pax christi-Bistumsstelle Limburg
Dorotheenstr. 11
61348 Bad Homburg
Tel./Fax.: 06172-928679
E-Mail

Nähere Informationen zur Arbeit der Projektgruppe: www.gewalt-loest-keine-konflikte.de


In der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz ist Ihr Ansprechpartner:

Dr. Rüdeger Schlaga
Tel.: 06131-162977
Fax.: 06131-162980
E-Mail

Die Ausstellung "Frieden braucht Fachleute - Alternativen zur Gewalt" startete am 1. September 2004 im Landesmuseum Mainz zur Tournee durch Rheinland-Pfalz und das Rhein-Main-Gebiet

Die Ausstellung wurde am 1. September 2006 im Landesmuseum Mainz mit einer öffentlichen Veranstaltung u.a. mit der Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul gestartet:
In dem Podiumsgespräch, an dem neben der Bundesministerin auch die lokalen Schirmherren der Ausstellung der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel, Weihbischof Dr. Werner Guballa, Propst Dr. Klaus-Volker Schütz sowie die Friedensfachkraft Dr. Mathias Ries teilnahmen, herrschte weitgehende Übereinstimmung, dass vor dem Hintergrund der vielen internationalen Konflikte der letzten Jahre in breiten Kreisen des gesellschaftlichen und politischen Lebens die Einsicht gewachsen ist, dass diese letztlich nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden können. Dabei wurde auf eine Vielzahl von Organisationen, die sich beispielsweise auf dem Balkan in ziviler Konfliktbearbeitung engagieren, verwiesen. Festgestellt wurde jedoch auch, dass diese oft nicht in ausreichendem Maße und nicht mit der ausreichenden ideellen und finanziellen Unterstützung, die sie für diese Arbeit brauchen, gefördert würden.

Die Ausstellung "Frieden braucht Fachleute - Alternativen zur Gewalt" stellt die Problematik der militärischen Austragung von Konflikten dar, benennt konkrete Beispiele gewaltfreier Konfliktbearbeitung und zeigt auch Möglichkeiten dazu im eigenen Umfeld, z.B. an Schulen, in Stadtteilen oder Kirchengemeinden auf. Damit möchte sie dazu beitragen, die Idee gewaltfreien Handelns in Gesellschaft, Politik und Kirche zu verankern und ein entsprechendes öffentliches Bewusstsein herzustellen.

Schirmherrin der Ausstellung „Frieden braucht Fachleute - Alternativen zur Gewalt“ ist Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Rundreise begann am 1. September 2004 im Landesmuseum Mainz. Dem lokalen Veranstalterkreis gehörten an: Landesmuseum Mainz, Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz und Pax Christi Mainz. Eine Vielzahl von gesellschaftlichen und politischen Organisationen und Initiativen hatten sich zudem zu einem Förderkreis zur Unterstützung der Ausstellung zusammen geschlossen.

Die Ausstellung "Frieden braucht Fachleute – Alternativen zur Gewalt“ machte nach einjähriger Rundreise durch Hessen und Rheinland-Pfalz dann vom 30. Juni bis 17. Juli 2005 erneut Halt in Mainz. Die Eröffnung stand unter dem Motto „Gewalt verhindern - drinnen und draußen“. Geladene Experten berichteten über ihre Anstrengungen, Gewalt in der Schule, der Stadt, dem Sport oder im Kriegsgebiet zu vermeiden oder zurückzudrängen.

Hier der Hinweis auf im Internet bereit gestelltes Unterrichtsmaterial (www.friedenbrauchtfachleute.de - weiter Service und dann Dokumente im pdf-Format).Die Ausstellung wurde wieder von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Aus Anlass der Ausstellung wurde vom Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz eine aktuelle Filmliste zum Thema erstellt. Es handelt sich dabei um Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme, die alle über den Landesfilmdienst bezogen werden können.
Falls sich Schulen oder Klassen mit der Materie beschäftigen wollen, vermitteln die Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung Rhein-Main (siehe oben) eine der aktiven oder ehemals aktiven Friedensfachkräfte als Referenten oder für Gespräch und Diskussion.