Hambacher Disput 2012
"Wachstum 2.0"
Glück und Wohlstand (nur) ohne Wachstum ?
Überlebensstrategie - Tugenddiktatur – ökonomischer Irrweg?
Samstag, 25. August 2012, 10:00 - 14:00 h, Hambacher Schloss, Neustadt a.d. Weinstraße, Ortsteil Hambach
Schirmherr: Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz
Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Stiftung Hambacher Schloss
Mit den Deutschen zusammen streben wohl alle der über 7 Milliarden Menschen auf der Welt, im Jahr 2100 wohl sogar 11 Milliarden, nach Glück und Zufriedenheit. Die Deutschen sind dabei weder die zufriedensten und noch die glücklichsten Menschen auf der Erde: Nach den Erhebungen des „Happy Planet Index" liegen sie im Jahr 2012 mit ihrer gemessenen Lebenszufriedenheit weltweit lediglich auf Platz 13.
Viele fragen sich: Mit welcher Lebens- und Wirtschaftsweise wird es möglich sein, dieses Urstreben nach dem größtem Glück für die größte Zahl (Adam Smith) bei ständig weiter wachsender Weltbevölkerung annähernd zu erfüllen, ohne den nachfolgenden Generationen einen verwüsteten und ausgeplünderten Planeten zu hinterlassen und damit die Existenzgrundlage zu entziehen? Sind Glück und Lebenszufriedenheit wirklich zwangsläufig nur direkter Ausfluss eines durch stetiges Wachstum von Konsum, Produktion und Ressourcenverbrauch gespeisten ‚Wohlstandes‘?
1972 hat der Club of Rome von mit seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums" die Debatte um die Verantwortung für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit und die Belastbarkeit der Ökosysteme angestoßen. 2011 hat der Deutsche Bundestag nach Jahrzehnten, in denen sich ein tiefer gesellschaftlicher Einstellungswandel vollzogen hat, eine Enquetekommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft" eingerichtet die u.a. einen ‚ganzheitlichen Wohlstands- und Fortschrittsindikator‘ entwickeln soll.
Gleichzeitig steht ‚Wachstum‘ von links bis rechts nach wie vor ganz oben auf der politischen Agenda. Fast einhellig wird eine Verlangsamung des Wachstums oder gar ein ‚Negativ-Wachstum‘ als das Horror-Szenario schlechthin an die Wand gemalt und werden ‚Wachstumsstrategien‘ und ‚Wachstumsimpulse‘ als unerlässlich für eine (sozialverträgliche?) Bewältigung von Finanz-, Währungs- und Wirtschaftskrise eingefordert.
Ist ein Politikansatz des ‚Weniger ist mehr‘ denkbar? Wie könnte und müsste eine ‘Postwachstumsgesellschaft‘ aussehen und organisiert werden? Ist das vielleicht aber nur ein ökonomischer Irrweg, vor allem zu Lasten der Schwächsten? Lenkt diese Debatte nicht doch nur von dem großen Thema der Verteilungsgerechtigkeit in unserer Gesellschaft ab? Würde dieser Weg vielleicht gar in eine ökologische Tugend-Diktatur führen?
Wie geht das zusammen? Oder anders: Geht das überhaupt zusammen? Müssen wir „Wachstum" nicht ganz neu und anders definieren? Ist ein „Wachstum 2.0" (Club of Rome 2012) denkbar, das im Sinne der nachhaltigen Entwicklung wirkt und bei dem die richtigen Dinge wachsen?
Ich lade Sie herzlich ein, bei unserem 31. Hambacher Disput an der „Wiege der deutschen Demokratie" mit prominenten Verfechtern der gegensätzlichen Positionen und mit den anderen Gästen darüber zu disputieren. Sie können mir aber gerne auch schon vorab Ihre Fragen zukommen lassen.
Programm
10:00 h Beginn
Begrüßung :
Dr. Dieter Schiffmann, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Grußwort
Ministerpräsident Kurt Beck
Positionsbestimmungen: 1. Runde
"Postwachstumsgesellschaft. Perspektiven für die Zukunft"
- Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende
„Wachstumswahn, Wachstumszwang, Postwachstumsgesellschaft - Eine irrelevante und in die Irre leitende Debatte"
- Albrecht Müller, Publizist, Herausgeber von : „
Kaffeepause
Positionsbestimmungen: 2. Runde
Wohlstand ohne Wachstum – Für einen Bewusstseinswandel von der Konsum- zur Wohlstandskultur"
- Prof. Dr. Meinhard Miegel, Vorsitzender des Vorstands des Denkwerks Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung/ Mitglied der Enquete- Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des Deutschen Bundestages
" Wirtschaftswachstum und die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts
- Prof. Dr. Heiner Flassbeck, Chefvolkswirt/Director Division on Globalization and Development Strategies UNCTAD, Genf (United Nations Conference on Trade and Development/Welthandels- und Entwicklungskonferenz)
Diskussionsrunde mit den Referenten und dem Publikum:
„Glück und Wohlstand (nur) ohne Wachstum und Wachstumszwang? Überlebensstrategie - Tugenddiktatur – ökonomischer Irrweg?"
- Moderation: Dr. Dieter Schiffmann
Schlusswort
Anschließend gemeinsamer Imbiss im neuen Schloss-Restaurant „1832"
Ca. 14:00 h Ende des Hambacher Disputs
(Nach jedem Vortrag besteht die Möglichkeit zu Nachfragen aus dem Publikum)
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)/ Initiatorin des Blogs „Postwachstumsgesellschaft"www.NachDenkSeiten.de - für alle, die sich noch eigene Gedanken machen"

