Im Gespräch mit: Elias Bierdel über: Ende einer Rettungsfahrt - Das Flüchtlingsdrama der Cap Anamur

Ort: Mainz
Zielgruppe: Politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung
Ansprechperson: Dr. Rüdeger Schlaga
E-Mail-Kontakt: ruedeger.schlaga@politische-bildung-rlp.de
Veranstaltungsnummer: 2007 F 01
| Die Resonanz auf die Veranstaltung war vergleichsweise bescheiden; lediglich 30 Menschen waren der Einladung zum Gespräch mit Elias Bierdel über sein Buch "Ende einer Rettungsfahrt" gefolgt. "Dieses Thema tut weh. Niemand kann sich dem unmenschlichen Erleben der Reisenden nach Europa entziehen", erklärte Dr. Rüdeger Schlaga, Kulturreferent der LpB, in seiner Begrüßung. "Um so wichtiger ist es für jeden von uns Augenzeugen dieses tödlichen Marsches nach Norden zu hören und sich deren, zugegebener Maßen subjektiven Eindrücke zu stellen." Bierdel berichtete über die zu Ende gegenagene Rettungsfahrt der "Cap Anamur" auf zwei Ebenen. Einerseits als ehemaliger Vorsitzender der gleichnamigen Hilfsorganisation, der seit Anfang 2007 in Italien wegen Menschenschlepperei und anderer Deleikte vor Gericht steht. Andererseits aus der Perspektive der 37 Geretteten, die nach Erreichen Italiens in konzerierter Aktion der damaligen Innenminister von deutschland und Italien kurzer Hand wieder abgeschoben wurden: Warum sie den Marsch nach Norden aufgenommen hatten und wie es ihnen nach ihrer Rückkehr erging. Der Prozess wird mehrere Jahre dauern, denn es wird lediglich ein Tag pro Monat verhandelt. Rund 60 Zeugen der Anklage sind aufgeboten, um eine Verurteilung der Angeklagten zu erreichen. Es soll verhindert werden, dass mit der Rettung von in Seenot befindlichen Afrikanern, sich angeblich ein Schlupfloch für eine legale Einreise nach Europa öffnet. "Wenn das Meer selbst, Stacheldrahtzäune unvorstellbaren Ausmaßes oder auch unwirtliche Wüsten die Menschen nicht aufhalten nach Europa zu kommen, dann darf ihnen zumindest kein legaler Zutritt offen bleiben", so beurteilt Bierdel die Anstrengungen europäischer Migrationspolitik. "Die Menschen in Not werden sich aber nicht abbringen lassen nach immer wieder neuen Wegen nach Europa zu suchen, und sie so lange zu nutzen, bis sie wieder auch gewaltsam geschlossen werden." Bierdel beließ es bei seinem Vortrag, dem sich eine sehr lange, intensive und teilweise bedrückende Diskussion anschloss, nicht allein mit Auszügen aus seinem Buch. Gerade die Geschichte der Flüchtllinge, nachdem sie in ihre Länder zurück gebracht worden waren, wurde ausdrucksvoll wie bedrückend mit einem Filmbeitrag, der im WDR gesendet worden war, bereichert. Für alle , die diese Chance zum Gespräch mit Elias Bierdel genutzt hatten, gingen tief beeindruckt und nicht wenige auch sehr beunruhigt über diese offensichtlichen Menschenrechtsverletzungen und Rechtsbeugungen europäischer regierungen nach Hause. |
![]() Dr. Schlaga, LpB, führt in das Thema des Abends ein und stellt den Referenten vor ![]() Elias Bierdel, Autor von "Ende einer Rettungsfahrt" ![]() Das Publikum folgt konzentriert dem Vortrag. |
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